Inside Marxloh
Teilhabe durch Selbstwirksamkeit von Mädchen mit Migrationsgeschichte
Im Themenraum geht es um den Stadtteil als Lerngegenstand, die Bedeutung geschützter Räume und verlässlicher Kooperationen sowie die Frage, wie Selbstwirksamkeit und Teilhabe von Mädchen mit Migrationsgeschichte langfristig gestärkt werden können.
Wie können alternative Bildungsangebote Mädchen mit Migrationsgeschichte stärken, ihre Selbstwirksamkeit fördern und dadurch Teilhabe ermöglichen?
Dieser Fragestellung gehen wir in unserem Verbundprojekt „Inside Marxloh“ seit 2024 gemeinsam mit Mädchen mit Migrationsgeschichte aus Duisburg-Marxloh nach. Dazu bieten wir in Kooperation mit einer lokalen Gesamtschule in jedem Schuljahr eine partizipative Arbeitsgruppe an. Dabei begleiten wir die Mädchen in ihrer intensiven Auseinandersetzung mit Fremd- und Selbstbildern ihres Stadtteils, die in der Entwicklung einer alternativen Stadtteilführung auf Basis der Perspektiven der Mädchen mündet.
Zusätzlich wird die AG als alternatives Bildungsangebot empirisch begleitet. Unsere Ergebnisse zeigen: Wird der eigene Stadtteil zum Lerngegenstand gemacht und werden Jugendliche als Expertinnen ihrer Lebenswelt ernst genommen, entwickeln sich spürbar Selbstwirksamkeit, Zugehörigkeitsgefühl und Mut, sich öffentlichen Raum anzueignen und die eigenen Perspektiven öffentlichkeitswirksam zu vertreten. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass die angestoßenen Entwicklungen fragil bleiben oder sogar limitiert werden, solange strukturelle Barrieren und einmalige Projektformate dominieren.
Im Workshop stellen wir zu Beginn unser Vorgehen, unsere zentralen Erkenntnisse, aber auch offene Fragen vor, möchten aber vor allem mit euch ins Gespräch kommen und freuen uns auf kollegialen Austausch und neue Impulse aus der Praxis.
Fragestellung:
Die Ergebnisse zeigen, dass wir die Selbstwirksamkeitserwartungen der an der AG teilnehmenden Mädchen stärken konnten, doch wie langfristig sind die beobachteten Entwicklungen tatsächlich? Wie schaffen wir es, diese persönlichen Entwicklungen von der einzelnen, (zeitlich) begrenzten AG-Erfahrung zu entkoppeln, um eine langfristige Wirksamkeit zu ermöglichen? Wie schafft ihr genau das in euren Projekten? Wie gelingt euch der so sensible Übergang vom geschützten Ausprobierraum in die Öffentlichkeit, ohne die Teilnehmenden durch Überforderung zu verlieren? Lasst uns gemeinsam diskutieren.