FEMPower

Berufliche Ausbildung – Gelingenswege der beruflichen Ausbildung für Mädchen und Frauen mit Fluchtgeschichte

Der Themenraum beschäftigt sich mit der ko-konstruktiven Wissensgenerierung zwischen Forschung, Praxis und Lebensweltexpert:innen. Im Fokus stehen feministisch-epistemologische Grundlagen nach Hill Collins, Haraway, Harding und Segato sowie konkrete Reflexionsformate für die transdisziplinäre Zusammenarbeit.

Im Projekt FEMPower werden Forschung, Praxisentwicklung und migrantische Selbstvertretung von Beginn an als miteinander verwobener Prozess organisiert. Ziel ist es, Wissen zu den Ausbildungswegen von Mädchen und Frauen mit Fluchtgeschichte zu gewinnen und das FEMPower Training zu entwickeln, eine Qualifizierungsmaßnahme für Fachkräfte an den Lernorten Schule und Betrieb.

Theoretisch stützt sich das Projekt auf feministische und dekoloniale Erkenntnistheorie. Wissen entsteht nie voraussetzungslos, sondern ist an konkrete soziale Positionen gebunden ("situated knowledge", Haraway 2024); die Einbeziehung marginalisierter Perspektiven macht Forschung im Sinne "starker Objektivität" tragfähiger (Harding 2024: 315). Dies schärft den Blick dafür, wessen Wissen in Forschungsprozessen tatsächlich Gehör findet und wirft zugleich die Frage auf, ob staatlich geförderte, akademisch gebundene Forschung institutionelle Logiken überhaupt durchbrechen kann (Korntheuer et al. i.A.; Segato 2021).

Im Themenraum stellt FEMPower seine epistemischen Grundannahmen sowie drei im Projekt entwickelte bzw. weiterentwickelte Reflexionsformate vor. Dazu gehören das Dilemma Café (Centre for Social Justice and Community Action 2015), digitale kollegiale Beratung (Tietze 2019) und einen partizipativen Interpretationsworkshop (Gülich i.E.; Schaefer/Bär 2019). Ziel ist die Auseinandersetzung damit, welche Rolle Reflexionsräume für die gemeinsame Wissensgenerierung spielen. Ausgehend von eigenen Dilemmata aus den jeweiligen Förderprojekten thematisieren Teilnehmende entlang dreier Dimensionen – Zeit, Transparenz/Kommunikation und Vertrauen – eigene Herausforderungen und sammeln weitere Formate für reflexive Aushandlungsprozesse

Fragestellung:

Welche Rolle spielen Reflexionsräume für die gemeinsame Wissensgenerierung zwischen akademisch Forschenden, Praxispartner:innen und Lebensweltexpert:innen und wie können sie Dilemmata und Machtasymmetrien sichtbar und produktiv bearbeitbar machen?